Die neue LPI-Kamera von Meade hat einen 1,25“ und eine 1“ Anschluß sowie entsprechende Filtergewinde.

 

Das Steuerungsprogramm für die Kamera ist extrem vielseitig und erleichtert einen einfachen Einstieg in die digitale Astro-fotografie.

 

Saturn, 0,3 Sek. Belichtet. Sky-Light Filter und ein 8“ LX200GPS von Meade. Aufgenommen bei Halbmond am 2.01.04 gegen 21:30 Uhr. Digital um 50% vergrößert.

Unser Mond mit der LPI-Kamera, SkyLight Filter und einem 8“ LX200GPS von Meade, Addition von ca. 30-40 Bildern. Das Foto wurde durch eine leichte Wolkendecke gewonnen.

Meade Autostar Suite mit LPI-Kamera

Testumgebung:

Teleskop: Meade SC 8" LX200 GPS
Seeing: Gut aber wechselhaft
Temperatur: 3° Celsius
Ort: Nidderau
Datum: 02.01.2004
Uhrzeit: 21:00-22:30Uhr

D er US-Amerikanische Teleskophersteller Meade, hat wieder mal ein überzeugendes kompaktes und vielseitiges Gerät zu erschwinglichem Preis auf den Markt geworfen.
Schon Ende Oktober hatten die Händler jede Menge Anfragen über die neue Planetenkamera von Meade auf dem Tisch. Denn wie gewohnt war die Werbetrommel längst angelaufen, bevor auch nur eine einzige Kamera ausgeliefert wurde.
Lediglich die Hauptniederlassung in Borken bekam wenige Exemplare zum testen. Die Tests liefen erfolgreich und gipfelten in einer Live-Übertragung der letzten Mondfinsternis auf der Homepage des WDR. Als beim Anblick der tollen Bilder, welche lediglich mit einem aufgesatteltem ETX-70 entstanden, sich die Zuschauerzahlen auf 200 000 Hits pro Stunde hochschaukelten, war klar das die neue Kamera der Renner wird.
Seit Ende November wird Sie jetzt aber in großen Stückzahlen ausgeliefert und ist bei allen Meade Händlern zu bekommen. Zu der kleinen Kamera gehört ein ganzes Paket an Software und Kabel, sowie ein Fokaler Justierring. Mit Ihrem 640x480 Pixel großen CMOS Chip, hebt die LPI-Kamera sich nicht besonders von einer übliche WebCam ab. Allerdings kann man die LPI zumindest theoretisch bis 16 Sekunden belichten. Das kann keine normale WebCam. Außerdem ist die Kamera in einem speziell entwickeltem Gehäuse untergebracht, welches super leicht ist und keinerlei Adapter benötigt, um es an ein 1“ (24,5 mm) oder 1,25“ (31,5 mm) Okularauszug anzuschließen.
Damit ist die LPI schon rein mechanisch für die Astrofotografie allen WebCams überlegen. Aber nicht nur das, die Software wirkt zwar auf den erst Blick sehr einfach, birgt aber sehr professionelle Möglichkeiten in sich. So lassen sich mit dem beiliegenden Kabelsatz und der Planetariumssoftware alle Computergesteuerten Meade-Teleskope fernsteuern und die Firmware updaten. Auch Beobachtungsabende lassen sich planen und in die Handsteuerboxen übertragen. So kann man dann ohne Laptop die gespeicherten Objekte abrufen und das Teleskop zeigt einem alle vorher mit Mausklick gespeicherten Objekte am nächtlichen Himmel.
Um auf den großen Planeten unseres Sonnensystems Details wie Wolkenbänder, Polkappen oder Asteroidengürtel zu erkennen genügen schon kleine Optiken. Den die LPI-Kamera verstärkt etwa so stark wie ein 6 mm Okular. Das entspricht bei einem kleinen Teleskop mit 600 mm Brennweite schon einer Vergrößerung von 100- fach und dies lässt sich durch gute Barlowlinsen noch verdoppeln und verdreifachen.
Aber neben der Möglichkeit unseren Mond, die Planeten und die Sonne, sowie helle Deep Sky Objekte auf dem PC/Laptop sichtbar zu machen und zu speichern kann das Programm auch als Autogider eigesetzt werden. Hierbei wird die LPI-Kamera an einem Leitrohr oder Off-Axis-Guider eingesetzt und hilft bei einer Langzeitbelichtung mit der normalen Spiegelreflexkamera die mechanischen Ungenauigkeiten des Teleskops automatisch zu korrigieren.
Das außerdem beigefügte Bildbearbeitungsprogramm erfüllt wohl auch die höchsten Ansprüche. Aber auch ohne diese zusätzliche Möglichkeit, die aufgezeichneten Bilder einer gründlichen Nachbearbeitung zu unterziehen, macht die Kamera mit dem eigentlichen Fotosoftware hervorragende Bilder.
Direkt nach dem Start der Software beginnt das Programm die ideale Belichtungszeit des Objekts zu ermitteln. Nach ein oder zwei Minuten hat man bereits ein halbwegs vernünftig belichtetes Bild auf dem Schirm. Jetzt kann man die schärfe nachkorrigieren. Da der Live-Modus automatisch das Foto auf dem Bildschirm updatet, ist dies nicht weiter schwierig. Dann kann man den beigelegten Fokalring an dem bevorzugten Okular befestigen und so die Fokussierung auf die Kamera angleichen. Ab dann fällt ein Nachfokussieren bei künftigen Fotoabenden weg.
Danach kann man die Kombination von beliebig vielen Einzelbildern zu einem Nachgeschärften und kontrastreichem Endprodukt der Software überlassen oder alle Einzelbilder zur Weiterbearbeitung aufzeichnen. Selbst ein Dunkelstrombild kann direkt Live eingerechnet werden und so das Rauschen des CMOS Chips unterdrückt werden.
Weiterhin lässt sich ein Leitstern markieren, welcher der Software hilft die Einzelbilder zu addieren. Selbst die Fokussierung am Teleskop wird durch eine Art Aussteuerungsanzeige am linken Bildrand angezeigt. Das hilft bei der ersten Fokussierung. In der Software stecken noch viele Details, die ich selbst noch lange nicht alle testen konnte, aber so sollte es ja auch sein. Jede Menge Möglichkeiten, die man nach und nach ergründen kann.
Und das Beste ist der Preis. Für rund 195€ bekommt man das gesamte Paket inkl. Onlinehandbuch und wer sich jetzt ein neues LX200GPS Teleskop anschafft, bekommt dieses tolle Packet unter anderem dazu geschenkt.
Einigstes Mango: Die Software und die Anleitung sind in Englisch.
Euer Astrobebo

Links:
Astro AG
www.meade.de
www.astromann.de

  
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